Ein kleines Brett erzählt Geschichte
Am 5. Juni 2026 veröffentlichte Libyan Studies eine Untersuchung von Tim Penn, Corisande Fenwick und Hassan Limane zum Spielbrett im mittelalterlichen Hammam von Walila bei Volubilis. Im Mittelpunkt steht ein alltäglicher Gebrauch jenseits monumentaler Ruinen.
Das Brett ist in eine Stufe am Kaltwasserbecken eingearbeitet. Dieser Fundzusammenhang ermöglicht mehr Deutung als ein alleinstehender Stein.
Was die Autoren vorschlagen
Sie beschreiben drei Hauptreihen mit mindestens dreizehn Löchern und vermuten anhand von Vergleichen eine Variante von tab oder sig. Das ist eine begründete Interpretation, kein vor Ort gefundenes vollständiges Regelwerk.
Das Bad entstand demnach im späten achten oder neunten Jahrhundert und wurde im zehnten oder elften aufgegeben. Die Bekanntheit des römischen Volubilis macht dieses Brett nicht zu einem römischen Fund.
Warten, begegnen und spielen
Solche Spuren lassen an Freizeit neben dem Baden denken. Ein Gebäude wurde auf Arten genutzt, die sein Grundriss allein nicht erklärt.
Das Brett war zuvor unveröffentlicht. Daraus folgt nicht, dass es erst 2026 ausgegraben wurde: Publikations- und Funddatum sind verschieden.
Die Abbildung lesen
Links zeigt die Abbildung die Oberfläche, rechts ergänzte Markierungen der Forscher. Diese sind moderne Erläuterungen und keine antike Bemalung. Das Bild stammt vom INSAP–UCL-Projekt und wird mit der offenen Lizenz des Artikels wiedergegeben.
Die Originalstudie erläutert Vergleich und Datierung; sie bestätigt keinen heutigen Badezugang zur archäologischen Anlage.


